Wer Familienpflegezeit in Anspruch nimmt, muss zur Absicherung des vorfinanzierten Arbeitsentgelds eine Familienpflegezeitversicherung abschließen. Die Laufzeit der Versicherung erstreckt sich über die gesamte Phase der Familienpflegezeit sowie der Nachpflegezeit. Die Prämien der Versicherung müssen dabei alters- und geschlechtsunabhängig und ohne Risikoprüfung seitens der Versicherung angeboten werden.

Es ist beim Abschluss der Versicherung darauf zu achten, dass die Versicherung als Familienpflegezeitversicherung zertifiziert ist. Die Versicherung kann sowohl vom Arbeitnehmer selbst, als auch vom Arbeigeber auf den Namen des Arbeitnehmers abgeschlossen werden.  Sie deckt das Risiko ab, dass der pflegende Angehörige die während der Familienpflegezeit auflaufenden Gehaltsüberzahlungen (negatives Wertguthaben) auch dann ausgleichen kann, wenn das Arbeitsverhältnis z.B. aufgrund von Berufsunfähigkeit oder dauernder Krankenheit vor Ablauf der Nachpflegephase endet.

Die Prämien für diese Versicherung scheinen dabei recht moderat zu sein. Nach unseren Recherchen liegen sie bei 2 bis 3 % des Bruttoaufstockungsbetrags. Wer also aufgrund der Reduzierung seiner Arbeitszeit eine Gehaltsaufstockung von 600 € erhält, zahlt monatlich über die gesamte Laufzeit der Familienpflegezeit und Nachpflegezeit eine Prämie von 12,00 bis 18,00 €. Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Die Kosten der Versicherung sind nach Einschätzung des Bundes der Steuerzahler als Werbungskosten absetzbar. Eine genauere Auskunft dazu kann nur ein Steuerberater geben.

Da grundsätzlich der Arbeitnehmer verpflichtet ist, die Familienpflegezeitversicherung abzuschließen, kann er keinen Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf Abschluss einer solchen Versicherung machen. Gleiches gilt gegenüber dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Übernimmt der Arbeitgeber oder das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dieses Versicherung, so werden die Kosten auf den Arbeitnehmer abgewälzt. Weitere Informationen finden Sie beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen zum Familienpflegezeitgesetz finden Sie auf unseren Seiten unter dem Artikel Informationen zum Familienpflegezeitgesetz