Die gesetzliche Pflegeversicherung leistet im Bereich der ambulanten Pflege in Form von Sachleistung und Geldleistung. Ein Pflegebedürftiger kann zwischen diesen beiden Leistungsarten oder einer Kombination aus beiden wählen.

In der ambulanten Krankenpflege wird als Sachleistung die Pflegehilfe durch einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst bezeichnet. D.h. alle Leistungen, die wir in der Rubrik "Leistungen - Grundpflegeleistungen" und "Leistungen - Hauswirtschaft" anbietet sind Sachleistungen. Die Pflegehilfe durch Pflegesachleistung wird in Abhängigkeit von der Pflegestufe gewährt.

Sie beträgt maximal:

Pflegestufe I:      468,00 €
Pflegestufe II:   1144,00 €
Pflegestufe III:  1612,00 € (1995,00 € Härtefallregelung)

Bei festgestellter erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz erhöhen sich in Pflegestufe I und II die Leistungen, bzw. leistet die Pflegeversicherung auch schon unterhalb der Pflegestufe I in sogenannter Pflegestufe 0:

Pflegestufe 0: 231,00 €
Pflegestufe I: 689,00 €
Pflegstufe II: 1298, €

Hat ein Pflegebedürftiger die Pflegestufe II ohne Einschränkungen din der Alltagskompetenz erhalten, kann er einen ambulanten Pflegedienst zulasten der Pflegekasse bis 1144,00 € in Anspruch nehmen. Sollten die benötigten Pflegehilfen so umfangreich sein, dass dieser Betrag nicht ausreichend ist,  so muss der Pflegebedürftige den übersteigenden Betrag selbst tragen. Bei besonderer Bedürftigkeit besteht auch ein Anspruch auf "Hilfe zur Pflege" welche das Sozialamt auf Antrag gewährt.

Möchte die pflegebedürftige Person keinen Pflegedienst  und auch keine voll- oder teilstationäre Pflege in Anspruch nehmen, hat sie Anspruch auf Geldleistung. Die Pflegekasse zahlt dann monatlich einen festen Betrag an den Pflegebedürftigen aus. Mit diesem Geld kann der Pflegebedürftige seine häusliche Pflege auf andere Weise sicherstellen, z.B. in dem er Angehörige mit der Pflege beauftragt. Die Leistungen der Pflegekasse umfassen in diesem Fall:

Pflegestufe I:   244,00 €
Pflegestufe II:  458,00 €
Pflegestufe III: 728,00 €

Bei festgestellter erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz erhöhen sich in Pflegestufe I und II die Leistungen, bzw. leistet die Pflegeversicherung auch schon unterhalb der Pflegestufe I in sogenannter Pflegestufe 0:

Pflegestufe 0: 123,00 €

Pflegestufe I: 316,00 €

Pflegestufe II: 545,00 €

Möchte der Pflegebedürftige sowohl Sach- als auch Geldleistung in Anspruch nehmen, z.B. weil ein Teil der Pflege durch einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst und ein Teil durch einen Angehörigen übernommen wird, kann er bei der Pflegekasse Kombinationsleistung beantragen. Das Gesetz sieht für diesen Fall vor, dass sich die pflegebedürftige Person für ein festes Verhältnis aus Sach- und Geldleistung entscheiden muss. Diese Entscheidung ist für wenigstens ein halbes Jahr bindend. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen sind allerdings dazu übergegangen, dass bei beantragter Kombinationsleistung zunächst die Sachleistung mit dem Pflegedienst abgerechnet wird und anschließend aus dem verbleibenden Anteil das Pflegegeld ausgezahlt wird. Somit erhält der Pflegebedürftige stets das für ihn günstigste Leistungsverhältnis. Nimmt ein Pflegebedürftiger Geldleistung in Anspruch, so muss er sich bei Pflegestufe I und II in halbjährlichen Abständen, bei Pflegestufe III in vierteljährlichen Abständen von einem zugelassenen ambulanten Pflegedienst beraten lassen. Diese Beratungsgespräche dienen der Sicherung der Pflegequalität, der Beratung des Pflegebedürftigen und Hilfestellung für pflegende Angehörige.

Beispiel für die Berechnung der Kombinationsleistung: Ein Pflegebedürftiger hat Pflegestufe II, er hat Kombinationsleistung beantragt. Er nimmt einen Pflegedienst in Anspruch. Dieser rechnet 598,65 € mit der Pflegekasse ab. Damit hat der Pflegebedürftige 52,33% seiner ihm zustehenden Sachleistung in Anspruch genommen. Die Pflegekasse wird im ein anteiliges Pflegegeld in Höhe von 218,33 € (47,68 % von 458 € Geldleistungsanspruch) auszahlen.

Mit folgender Formel kann sich jeder den verbleibenden Geldleistungsanspruch bei Kombinationsleistung errechnen (wichtig: Punkt- vor Strichrechnung beachten):

(1 - (Rechnungsbetrag des Pflegedienstes / max. Sachleistung der Pflegestufe)) * Geldleistungsanspruch

bezogen auf obiges Beispiel wäre das:

(1 - 598,65 €/1144,00 €) * 458,00 € = 218,33 €