Das Pflegeneuausrichtungsgesetz sieht seit dem 1.1.2013 eine neue Leistung Häusliche Betreuung vor. Anspruch auf diese Leistung haben alle pflegebedürftigen Personen der Pflegestufen 0 bis 3.

 

Was ist die Häusliche Betreuung?

Während in der Vergangenheit über die Pflegeversicherung nur Leistungen der Grundpflege und der Hauswirtschaft in Anspruch genommen werden konnten, stellt die Einführung dieser neuen Leistung einen großen Schritt nach vorne dar. Pflegebedürftige haben neben dem Bedürfnis "sauber, satt und trocken" zu sein auch weitere Bedürfnisse. Das können z.B. Teilhabe an gesellschaftlichen Ereignissen (Theaterbesuch), Spazieren gehen, Zeitung lesen, gemeinsames Kaffeetrinken und vieles anderes sein. All diese Leistungen werden mit der neueingeführten Leistung Häusliche Betreuung für alle Pflegebedürftigen möglich.

Welche Voraussetzungen gelten für die Häusliche Betreuung?

  1. Es muss ein Leistungsanspruch gegenüber der Pflegeversicherung bestehen. D.h. es muss eine Pflegestufe oder eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz seitens des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen festgestellt worden sein. Es muss also ein Einstufung erfolgt sein
  2. die Grundpflege muss im Einzelfall sichergestellt sein. Das bedeutet, dass der Pflegebedürftige ausreichend Hilfe in den Bereichen Waschen, Kleiden, Ernährung, Ausscheidungen und Mobilität erhält.
  3. die hauswirtschaftliche Versorgung muss sichergestellt sein (Einkaufen, Reinigen der Wohnung etc. muss sichergestellt sein

Sind diese Bereiche erfüllt, kann der Pflegebedürftige zu Lasten seiner Pflegeversicherung Häusliche Betreuung in Anspruch nehmen und damit Freizeitaktivitäten mit Begleitung durch eine Betreuungskraft oder Maßnahmen zur Strukturienung seines Tagesablauf machen.

Pflege to Hus bietet seit dem 1.10.2013 häusliche Betreuung nach Zeit an. Es gilt der mit den Pflegekassen vereinbarte Stundensatz. Wir informieren Sie gerne persönlich.

Den genauen Wortlaut der neuen gesetzlichen Regelung des § 124 SGB XI haben wir für Sie hier vorbereitet.

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Die Wiedergabe des Gesetzestextes an dieser Stelle dient Ihrer Information. Rechtlich maßgeblich ist ausschließlich die amtliche Version, die im Bundesanzeiger der Bundesrepublik Deutschland bekannt gegeben wurde

§ 124  Übergangsregelung: Häusliche Betreuung

(1) Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III sowie Versicherte, die wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz die Voraussetzungen des § 45a erfüllen, haben bis zum Inkrafttreten eines Gesetzes, das die Leistungsgewährung aufgrund eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines entsprechenden Begutachtungsverfahrens regelt, nach den §§ 36 und 123 einen Anspruch auf häusliche Betreuung.

(2) Leistungen der häuslichen Betreuung werden neben Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung als pflegerische Betreuungsmaßnahmen erbracht. Sie umfassen Unterstützung und sonstige Hilfen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen oder seiner Familie und schließen insbesondere das Folgende mit ein:

1. Unterstützung von Aktivitäten im häuslichen Umfeld, die dem Zweck der Kommunikation und der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte dienen,
2. Unterstützung bei der Gestaltung des häuslichen Alltags, insbesondere Hilfen zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur, zur Durchführung bedürfnisgerechter Beschäftigungen und zur Einhaltung eines bedürfnisgerechten Tag-/Nacht-Rhythmus.

Häusliche Betreuung kann von mehreren Pflegebedürftigen oder Versicherten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz auch als gemeinschaftliche häusliche Betreuung im häuslichen Umfeld einer oder eines Beteiligten oder seiner Familie als Sachleistung in Anspruch genommen werden.

(3) Der Anspruch auf häusliche Betreuung setzt voraus, dass die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung im Einzelfall sichergestellt sind.

(4) Das Siebte, das Achte und das Elfte Kapitel sind entsprechend anzuwenden.

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